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Weniger Bewegung bei Kindern und Erwachsenen während der Corona-Krise?



Wir schreiben den 05.06.2021. Der Sommer steht vor der Tür, doch verwöhnt wurden wir dieses Jahr bisher vom guten Wetter noch nicht allzu sehr. Die schönen Sommertage werden aber sicherlich schon bald kommen, die uns nach draußen aus unseren Wohnungen und Häusern lockern werden. Für viele von uns heißt es dann, Abkühlung im Freibad oder am See suchen, die Seele bei einem leckeren Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee im Café baumeln lassen, sich endlich mal wieder ein großes Spaghetti-Eis in der Eisdiele um die Ecke bestellen, mit Freunden Radtouren unternehmen oder sich mit eben diesen sportlich betätigen. Auch die Kinder können sich endlich wieder draußen aufhalten, dank der sinkenden Inzidenzzahlen und der steigenden Anzahl an Geimpften (45% haben eine Erstimpfung erhalten, 20,1% sind vollständig geimpft).

Das Gefühl entsteht, dass die Corona Pandemie langsam ein Ende findet, auch wenn weiterhin mit punktuellen Rückschlägen zu rechnen sein muss.

Es scheint höchste Zeit für die Rückkehr in die Normalität zu sein, denn man liest und hört überall, dass die Pandemie nicht spurlos an uns vorbei gegangen ist. Das wirkliche Ausmaß ist vermutlich noch gar nicht richtig abschätzbar. Besonders hart hat es wohl die Kinder und Jugendlichen getroffen.

Das Spielen und die Interaktion mit ihren Freunden waren gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die professionelle Unterstützung der kognitiven, emotionalen und physischen Entwicklung der Kinder und deren Erziehung, sei es durch die Erzieher, Lehrer oder Trainer waren ebenfalls beeinträchtigt.

Da stellt man sich als Sportlehrer, als Sportverein, als Dienstleister im Sportbereich schon die Frage, in welchem physischen Zustand (psychischen und emotionalen Z. mal ausgeklammert) bekommen wir die Kinder zurück?

Es wäre nicht verwunderlich, wenn das ein oder andere Kind mit deutlich mehr Kilos auf den Rippen aus dieser Zeit kommt, schließlich haben u.a. Schwimmkurse nicht stattgefunden, Kinder konnten somit nicht ihr Seepferdchen erwerben, das Besuchen von Sportkursen in Vereinen war nicht möglich, die Spiel- und Bolzplätze waren zeitweise gesperrt, Freizeiteinrichtungen waren nicht geöffnet.

Eltern, denen diese Problematik bewusst geworden ist, haben sicherlich versucht, anderweitig ihre Kinder zu motivieren, sich zu bewegen. Aber über einen solch langen Zeitraum verlangt es den Eltern selbst eine Menge Motivation, Kreativität und Kraft ab.


Wie hat es geklappt mit der Bewegung der Kinder während der "Coronazeit"?

Einige Untersuchungen und Studien zu diesem Thema wurden bereits durchgeführt und veröffentlicht, dabei im Blick meistens auch das Essverhalten der Kinder.


Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren haben sich im Vergleich zur gleichen Zeit im letzten Jahr um die Hälfte weniger bewegt. In diesem Frühjahr haben sich die Kinder im Durchschnitt 75 Minuten am Tag bewegt, im Vergleich zu den 166 Minuten im letzten Frühjahr. Demgegenüber kam es zu einem deutlichen Anstieg der Fernseh- und Bildschirmzeit, die bei 222 Minuten pro Tag lag, oder anders ausgedrückt, die Kinder und Jugendlichen haben fast 4 Stunden vor der Glotze oder dem Tablet gesessen. Passend dazu und dementsprechend wenig überraschend, dass 30% der Befragten angegeben haben, dicker geworden zu sein.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie unter der Leitung von Alexander Woll, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft (vgl. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/kit-forscher-warnen-vor-bewegungsmangel-bei-jugendlichen-in-pandemie-100.html). Auch weitere Studien kommen zu den gleichen Ergebnissen.

Wie gefährlich diese Entwicklung auch für die Zukunft sein kann, macht das folgende Zitat von Astrid Donalies, Ökotrophologin und Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung deutlich (https://www.br.de/nachrichten/wissen/uebergewicht-und-essstoerung-was-die-pandemie-uns-auftischt,SQUd7Xk):

"Studien zeigen: Etwa 80 Prozent der adipösen Jugendlichen bleiben im späteren Erwachsenenalter adipös."

Wie haben sich die Erwachsenen während dieser besonderen Zeit geschlagen?


Die ersten Studien zeigen, dass auch die Erwachsenen sich während dieser Zeit weniger bewegt haben, und somit verwundert es auch nicht, dass gleichzeitig der Wert auf der Gewichtswaage angestiegen ist.

Laut der Untersuchung des Else Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) bewegen sich seit dem Beginn der Corona-Pandemie die Hälfte der Befragten weniger. Es wurden 1001 zufällig ausgewählte Erwachsene befragt. 39% der Befragten haben im Schnitt 5,5kg zugenommen, wohingegen 11% bis zu 6,4kg im Durchschnitt abgenommen haben.

Zu welcher Gruppe könnt ihr euch zählen?

Etwa 52% der Befragten haben angegeben, sich weniger bewegt zu haben, insbesondere Männer und jüngere Menschen. Doch das Ernährungsverhalten wurde der geringen Aktivität nicht angepasst. Somit ergibt sich eine unveränderte Kalorienzufuhr bei gleichzeitiger abnehmender Aktivität, was eine Zunahme an Gewicht zur Folge hat.

Diesen Trend kann auch der EKFZ-Leiter und Professor für Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München bestätigen (https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/jeder-dritte-hat-waehrend-corona-krise-zugenommen-3764/):

"Unter Corona haben sich Lebensstil und Lebensqualität vieler Menschen verschlechtert."

Gut, dass bald die Sonne wieder scheint, dass wir uns wieder mit unseren Freunden treffen dürfen und uns gemeinsam bewegen können. Ihr seid nicht allein, auch andere haben sich weniger bewegt und haben an Gewicht zu gelegt.


Wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass sich die Menschen wieder mehr bewegen, dass die Kinder in Zukunft keinen motorischen und physiologischen Einschränkungen unterliegen.

Schaut bei unseren Angeboten vorbei, geht raus, und lasst uns gemeinsam Sport treiben.


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